LRC-Funkschein (Long Range Certificate) 

Das weltweite Seefunkzeugnis

Der LRC-Funkschein (Long Range Certificate) ist ein international gültiges Funkzeugnis für den weltweiten Seefunkdienst. Es berechtigt dich, auf Sportbooten Funkanlagen über UKW, Grenz- und Kurzwelle sowie Satelliten zu bedienen, und ermöglicht Kommunikation auch fernab der Küsten. Insbesondere auf hoher See – etwa bei Transatlantik-Törns oder Weltumsegelungen – ist der LRC-Funkschein relevant, denn dort ist Funk die einzige zuverlässige Verbindung zu anderen Schiffen und Rettungsdiensten, wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Das LRC wird auf Deutsch Allgemeines Funkbetriebszeugnis genannt und umfasst stets das Short Range Certificate (SRC) als Grundlage.

Voraussetzungen für das LRC-Funkzeugnis

Allgemein gültiges Funkbetriebszeugnis
  • Mindestalter: Du musst 18 Jahre alt sein (17 Jahre + 9 Monate am Prüfungstag).

  • Keine weiteren Scheine erforderlich: Es ist keine andere Fahrerlaubnis oder Vorqualifikation (wie z.B. Sportbootführerschein See oder SRC) gesetzlich vorgeschrieben, um zum LRC zugelassen zu werden. (Du kannst das LRC also auch direkt machen.)

  • Grundkenntnisse in Englisch: Da der weltweite Seefunkverkehr primär auf Englisch abgewickelt wird, sind englische Sprachkenntnisse unerlässlich – Teile der Prüfung (z.B. Notruf-Meldungen) finden auf Englisch statt. Spezielle Seefunk-Terminologie und das NATO-Buchstabieralphabet solltest du sicher beherrschen.

  • SRC-Funkwissen: Du solltest die Inhalte des Short Range Certificate (SRC) bereits kennen. Die LRC-Ausbildung baut auf dem SRC-Stoff auf, und in der Prüfung werden alle Kenntnisse des SRC mit abgefragt.

Inhalte des LRC-Funkkurses (Theorie & Praxis)

Ein LRC-Funkkurs vermittelt dir sowohl das nötige Theoriewissen als auch praktische Fertigkeiten im Umgang mit den Geräten. Typischerweise gliedert sich die Ausbildung in einen theoretischen Unterrichtsteil und praktische Übungen am Funkgerät.

Theorie: In der theoretischen Ausbildung lernst du alle relevanten Themen des Seefunks für die weltweite Schifffahrt. Dazu gehören unter anderem:

  • Funktechnik und Geräte: Grundlagen zu Aufbau und Funktionsweise von Seefunkgeräten, Antennen und Funkwellen (UKW, Grenzwelle/Mittelwelle, Kurzwelle).

  • Funkverfahren & Notrufe: Internationale Sprechfunkverfahren (wie Anruf, Bestätigungen) sowie Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen nach dem Global Maritime Distress and Safety System (GMDSS) . Du lernst z.B. die korrekten Abläufe für Mayday, Pan Pan und Securité-Rufe.

  • Vorschriften & Regelwerke: Wichtige internationale Vorschriften für den Seefunk (z.B. ITU-Regeln, GMDSS-Bestimmungen) und die rechtlichen Rahmenbedingungen.

  • Navigation & Wetter über Funk: Nutzung von Funktechnik für Navigationshilfen (z.B. Peilungen) sowie Empfang von Wetterberichten und Navigationswarnungen (etwa über NAVTEX oder SafetyNET).

  • Satellitenkommunikation: Funktionsweise von Satellitenfunk-Systemen wie Inmarsat-C und deren Einbindung ins GMDSS für weltweite Notfallkommunikation.

Praxis: Im praktischen Training am Funkgerät wendest du das theoretische Wissen an. Unter Anleitung lernst du insbesondere:

  • Gerätebedienung: Umgang mit typischen Funkanlagen für UKW (mit DSC), Grenz-/Kurzwellenfunk (MF/HF) und Satellitenfunk (Inmarsat). Du übst z.B. das Editieren eines DSC-Controllers, das Konfigurieren einer Inmarsat-C Anlage und das Senden von digitalen Funkmeldungen.

  • Notruf- und Routinefunk: Schritt für Schritt das Absetzen eines Notrufs (Seenotalarm) über DSC und das Aussenden eines Mayday-Rufs per Sprachfunk. Ebenso trainierst du das Senden von Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen (Pan Pan / Sicherheitsmeldung) sowie die korrekte Abwicklung des allgemeinen Funkverkehrs (Routineanrufe zwischen Schiffen oder mit Küstenfunkstellen).

  • Notfallszenarien durchspielen: Anhand von Fallbeispielen lernst du, auf eingehende Notrufe zu reagieren. Du nimmst Not- oder Dringlichkeitsmeldungen auf (meist in englischer Sprache) und leitest passende Maßnahmen ein, z.B. das Bestätigen eines empfangenen Notrufs oder das Weiterleiten eines Notrufs an andere Stationen. Auch das Beenden eines Notverkehrs und das Aufheben von Fehlalarmen werden geübt.

  • Satelliten- und Datenfunk: Speziell für das Inmarsat-System übst du ebenfalls Notrufe (Distress) auszulösen und etwa Telex-Nachrichten abzusetzen. Zudem lernst du, Wetter- und Navigationsnachrichten über Dienste wie Navtex/SafetyNET zu empfangen.

Ein guter LRC-Kurs legt großen Wert auf praktisches Üben – oft werden Original-Funkanlagen oder Simulatoren genutzt, damit du im Ernstfall sicher und routiniert funkst. So bist du optimal auf die Prüfungsaufgaben vorbereitet.

Ablauf und Inhalte der LRC-Prüfung

Funkschein LRC

Die LRC-Prüfung gliedert sich in mehrere Teile, in denen dein Wissen und Können getestet werden :

  • Theoretischer Prüfungsteil: Schriftliche Theorieprüfung in Form von Fragebögen (Multiple-Choice). Dabei werden sowohl die SRC-Grundlagen als auch die erweiterten LRC-Themen abgefragt – du beantwortest also einen SRC-Fragenkatalog und einen LRC-spezifischen Fragenkatalog.

  • Aufnahme von Funkmeldungen: Zusätzlich gibt es eine schriftliche Aufgabe, bei der du eine Funkmeldung in englischer Sprache korrekt aufnehmen und übersetzen musst. Hierbei wird ein Not-, Dringlichkeits- oder Sicherheitstext über Funk buchstabiert (im NATO-Alphabet) – du schreibst diesen mit und übersetzt ihn anschließend ins Deutsche. Außerdem muss ein deutscher Text (mit üblichen Abkürzungen aus der Seefahrt) von dir ins Englische übertragen werden. Diese sogenannte „Diktat“-Aufgabe prüft insbesondere dein Verständnis der englischen Funksprache.

  • Praktischer Prüfungsteil: In der praktischen Prüfung musst du an originalgetreuen Funkgeräten oder Simulatoren zeigen, dass du alle wichtigen Funkhandlungen sicher beherrschst. Du bearbeitest verschiedene Szenarien in englischer Sprache – dazu gehören das Absetzen eines digitalen Seenotalarms, das Aussenden eines Mayday-Rufs, das Senden einer Dringlichkeitsmeldung sowie das richtige Reagieren auf eingehende Notrufe. Ebenso wird die Bedienung einer Inmarsat-C Satellitenfunkanlage geprüft (z.B. Notalarm auslösen, Verbindung herstellen). Die Prüfer achten darauf, dass du die internationalen Verfahren korrekt anwendest und in Stresssituationen richtig reagierst.

Die LRC-Prüfung wird von offiziellen Prüfungsausschüssen (z.B. Deutscher Segler-Verband, DSV) abgenommen. In der Regel findet Theorie und Praxis am selben Tag statt. Fällst du in einem Teil durch, musst du nur diesen Teil wiederholen. Bestanden hast du, wenn alle Prüfungsteile innerhalb von 6 Monaten erfolgreich absolviert wurden. Anschließend erhältst du das LRC-Funkzeugnis, das dich zum weltweiten Seefunk berechtigt.

Warum der LRC-Funkschein sinnvoll oder vorgeschrieben ist

Ein Long Range Certificate bringt für Hochseesegler viele Vorteile – und in bestimmten Fällen ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben. Hier die wichtigsten Gründe, warum sich der LRC-Funkschein lohnt:

  • Gesetzliche Pflicht bei bestimmten Funkanlagen: Das LRC ist vorgeschrieben, sobald an Bord eine Grenz-/Kurzwellen- oder Satellitenfunkanlage installiert ist. In diesem Fall muss mindestens ein Crewmitglied ein gültiges LRC-Funkzeugnis besitzen. (Typischerweise betrifft das Yachten, die auf hoher See unterwegs sind und entsprechende Funktechnik an Bord haben.)

  • Weltweite Reichweite: Mit dem LRC kannst du auch weit entfernt von der Küste Funkkontakt halten. Im Gegensatz zum reinen UKW-Funk (Reichweite ca. 30 sm) ermöglicht das LRC via Kurz-/Grenzwelle und Satellit Kommunikation über tausende Seemeilen. So bleibst du selbst auf Ozeanpassagen in Verbindung mit Küstenstationen, Wetterdiensten oder anderen Schiffen – egal wie weit du dich entfernst.

  • Schnelle Hilfe in Notfällen: Bei ernsthaften Problemen an Bord (Unfall, Wassereinbruch, Mastbruch etc.) kannst du mit LRC sofort einen Notruf absetzen und Rettungskräfte alarmieren – auch mitten auf hoher See, wo kein Mobilfunk existiert . Das kann lebensrettend sein: Durch die weltweite Notruffrequenz erreichst du immer eine Leitstelle oder ein Schiff in der Nähe.

  • Aktuelle Informationen unterwegs: Über Kurzwellen- und Satellitenfunk empfängst du wichtige nautische Informationen in Echtzeit, z.B. Wetterberichte, Sturmwarnungen oder Navigationswarnungen für dein Seegebiet. Gerade auf langen Fahrten ist es essentiell, Wettermeldungen frühzeitig zu bekommen, um Kurs und Segelsetzen darauf einstellen zu können.

  • International anerkanntes Zertifikat: Der LRC-Funkschein ist weltweit gültig und wird von den meisten Ländern als offizielles Befähigungszeugnis akzeptiert. Wenn du also ein Boot im Ausland charterst oder in fremden Hoheitsgewässern segelst, dient das LRC als anerkannter Nachweis deiner Funk-Befähigung. Dadurch kommst du auch international allen Vorschriften nach und bist auf der sicheren Seite.

 

Zusammengefasst: Mit dem LRC bist du für alle Fälle gerüstet, sobald du dich außerhalb der Küstenreichweite begibst. Oft ist der Schein nicht nur sinnvoll, sondern unerlässlich, um auf weltweiten Törns sicher unterwegs zu sein.

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Häufige Fragen zum LRC-Funkzeugnis

Was ist der Unterschied zwischen SRC und LRC?

Der SRC-Funkschein (Short Range Certificate) berechtigt dich zum Sprechfunk auf UKW in Küstengewässern – typischerweise bis ca. 30–35 Seemeilen Abstand zur Küste . Das LRC (Long Range Certificate) erweitert diese Berechtigung und umfasst zusätzlich den Kurzwellen- und Satellitenfunk, um über ganze Ozeane hinweg funken zu können. Mit dem LRC darfst du also weltweit (GMDSS-Seefunk in Gebieten A1 bis A4) kommunizieren, während das SRC auf den UKW-Küstenfunk begrenzt ist. Das LRC beinhaltet das SRC automatisch mit; hast du das LRC, brauchst du keinen separaten SRC-Schein mehr.

Brauche ich ein SRC, um das LRC zu machen?

Nein, du musst das SRC nicht bereits besitzen, um den LRC-Funkschein zu erwerben. Du kannst die LRC-Prüfung direkt ablegen – in diesem Fall wird die SRC-Prüfung einfach mit abgenommen, da das LRC darauf aufbaut . Hast du allerdings schon ein SRC-Zertifikat, kannst du oft eine verkürzte Ergänzungsprüfung nur für den LRC-spezifischen Teil machen. In beiden Fällen erhältst du am Ende das volle LRC-Funkzeugnis (inklusive SRC-Berechtigung).

Wie gut muss mein Englisch für das LRC sein?

Du brauchst kein perfektes Englisch, aber grundlegende Englischkenntnisse sind notwendig. Die allgemeine Funksprache ist Englisch – das zeigt sich besonders in der LRC-Prüfung, wo z.B. ein Notruf in englischer Sprache diktiert wird. Wichtiger als fließende Konversation ist dabei das Beherrschen der Funk-Grundphrasen (Mayday, Pan Pan, etc.) und des Buchstabieralphabets. Die erforderlichen Vokabeln und Redewendungen im Seefunk sind überschaubar und lassen sich gezielt lernen. Mit soliden Grundkenntnissen und etwas Übung kannst du die englischen Prüfungsteile meistern.

Was kostet der LRC-Funkschein?

Für die amtliche Prüfung zum LRC fallen Prüfungsgebühren an. Diese setzen sich zusammen aus der Zulassungsgebühr, der Theorie- und Praxisprüfungsgebühr sowie der Gebühr für die Ausstellung des Funkzeugnisses. Insgesamt liegen die Prüfungskosten derzeit bei rund 187 € (Stand 2025). Hinzu kommen ggf. Kursgebühren, wenn du einen LRC-Funkkurs bei einer Segelschule belegst – diese variieren je nach Anbieter (für einen intensiven Vorbereitungskurs können einige hundert Euro anfallen). Bei toernfinder.de kannst du die Preise und Leistungen verschiedener Kursanbieter neutral vergleichen.

Wie lange ist das LRC-Funkzeugnis gültig?

Der LRC-Funkschein ist unbefristet gültig. Einmal bestanden, musst du das Zertifikat weder erneuern noch auffrischen – es behält lebenslang seine Gültigkeit. Auch im Ausland wird ein deutsches LRC zeitlich unbegrenzt anerkannt. Natürlich empfiehlt es sich, deine Funk-Fertigkeiten durch Praxis und ggf. Auffrischungskurse auf dem neuesten Stand zu halten, aber das Dokument selbst läuft nicht ab.