von Panama nach Französisch Polynesien…
Balboa (Panama) – Nuku Hiva (Marquesas-Inseln)
Unsere Reise beginnt im Balboa Yacht Club, einem sicheren Hafen am Rand des Panamakanals, der uns auf den großen Ozean vorbereitet. Nach den letzten Vorbereitungen – Einkäufe, Sicherheitschecks und einem Briefing – ist der Moment gekommen: Wir setzen Kurs auf den Pazifik. Der Start ist ruhig, doch die Herausforderungen des bevorstehenden Langstrecken-Törns lassen uns auf das weite, unberechenbare Meer blicken. Wir wissen, dass uns ein echtes Abenteuer erwartet.
Der erste Abschnitt des Törns führt uns aus dem Panamakanal heraus, vorbei an den Pazifikinseln von Panama und in den weiten Ozean hinein. Für die nächsten Wochen wird das Meer unser Zuhause sein, und wir müssen uns auf den Rhythmus des Segelns einstellen. Mit jedem Tag, der vergeht, werden wir weiter von der Zivilisation entfernt und die Realität des Langstreckensegelns setzt sich durch.
Dieser Törn ist kein gewöhnlicher Segeltörn. Wir segeln in den Pazifik, einem der größten Ozeane der Welt. Das bedeutet:
Wetterbedingungen: Die ersten Tage sind häufig ruhig mit leichten Winden, doch bald können stärkere Winde einsetzen, und die See wird rauer. Squalls und wechselnde Windrichtungen sind jederzeit möglich. Das richtige Setzen der Segel und das ständige Anpassen an die Bedingungen sind entscheidend. Unsere Crew muss stets aufmerksam bleiben, um das Schiff sicher zu steuern.
Nachtfahrten: Die Dunkelheit des Pazifiks ist überwältigend. Der Sternenhimmel, der uns in der Nacht den Kurs weist, kann ein vertrauter Begleiter sein, aber auch die Zeit an Bord fühlt sich endlos an. Unsere Crew wird sich abwechselnd in Schichten auf dem Deck befinden – Tag und Nacht, immer im Dienst. Die Aufgabe, das Schiff sicher zu navigieren und den Kurs zu halten, erfordert höchste Konzentration und Präzision.
Kondition und Durchhaltevermögen: Das Leben an Bord während eines Langstreckentörns ist körperlich und mental herausfordernd. Es wird keine Zeit für Luxus geben, nur die notwendigen täglichen Aufgaben: Kochen, Segeln, Wache gehen und das Schiff in Top-Zustand halten. Die Crew muss fit und belastbar sein – sowohl körperlich als auch mental – um die anstrengende Dauerfahrt zu überstehen.
Verpflegung und Versorgung: Da es keinen Zugang zu frischen Märkten gibt, müssen alle Vorräte vorab eingeplant und verstaut werden. Tägliche Mahlzeiten müssen aus den Vorräten zubereitet werden, was bedeutet, dass die Crew kreativ und effizient im Umgang mit den begrenzten Ressourcen sein muss.
Die Segelstrecke – Ein stetiger Rhythmus auf dem offenen Ozean
Nach den ersten Tagen des Segelns werden wir den äquatornahen Doldrums erreichen, wo die Winde oft zum Erliegen kommen. Geduld ist hier gefragt. Die Crew muss bereit sein, das Schiff durch ruhige, Bereiche zu manövrieren und immer wieder die Segel neu zu setzen, wenn der Wind wieder einsetzt.
Im weiteren Verlauf der Reise segeln wir tiefer in den Pazifik. Der Kurs wird uns immer weiter in Richtung Südwesten führen, durch die intertropischen Konvergenzzone und schließlich in den Passatwindgürtel, wo uns stabilere Winde erwarten. Diese konstanten Winde sind ideal für Langstreckensegeln, aber auch eine ständige Herausforderung, da sie die Crew zu Höchstleistungen anspornen.
Die Entscheidung, wie das Schiff bei wechselnden Winden am besten geführt wird, erfordert ständige Kommunikation und Zusammenarbeit. Der Rhythmus des täglichen Lebens an Bord wird von den Aufgaben des Segelns, der Navigation und den Wachen bestimmt. Das Schiffsleben wird zu einer fast meditativen Erfahrung – jeder Tag verläuft in einem festen Ablauf, aber immer mit einem Hauch von Unvorhersehbarkeit, wenn das Meer uns neue Herausforderungen stellt.
Die letzten Etappen – Das Ziel vor Augen
Je näher wir den Marquesas-Inseln kommen, desto intensiver wird die Vorfreude auf das Ziel, doch auch die letzten Seemeilen sind nicht ohne ihre Herausforderungen. Der Wetterwechsel, die Nähe zu den Inseln und die Navigation erfordern höchste Präzision. Die Crew wird sich in der letzten Phase des Törns besonders auf ihre Fähigkeiten verlassen müssen, um das Schiff sicher an die Küste zu bringen.
Die Marquesas-Inseln, mit ihrer rauen Schönheit und ihrer Isolation, bieten einen spektakulären Abschluss der Reise. Der erste Blick auf den Vulkankegel von Nuku Hiva, der sich majestätisch aus dem Pazifik erhebt, wird das Team mit einem Gefühl der Erfüllung und des Stolzes erfüllen.
Fazit – Eine Reise fürs Leben
Dieser Törn ist nicht nur eine physische Herausforderung, sondern auch eine mentale Reise. Langstreckensegeln erfordert Teamgeist, Geduld, Ausdauer und die Bereitschaft, sich den Elementen und den Herausforderungen des offenen Ozeans zu stellen. Doch auch wenn es Momente der Erschöpfung und des Zweifels gibt, so werden wir mit einem unvergleichlichen Gefühl der Freiheit und Erfüllung belohnt, wenn wir endlich den Hafen von Nuku Hiva erreichen.
Wir segeln mit der Lotte, einer Bavaria C51 aus dem Jahre 2017. Die Lotte ist ein besonderes Schiff und ist uneingeschränkt für den Hochseeeinsatz konstruiert und von der Berufsgenossenschaft abgenommen. Souverän nimmt sie auch hohe Wellen und begeistert durch ein exzellentes Seeverhalten. Komfort und Dynamik wurden kompromisslos miteinander kombiniert, so dass ein gemütliches Miteinander an Bord und ein intensives Segelerlebnis auf uns wartet.
Welcome on board, Willkommen an Bord, Grüezi mitenand ond willkomme a Bord !
Andreas Kreutzer
Bavaria 51 C
51 Fuß

Andreas Kreutzer Segelreisen