Griechenland im November: ruhig, echt, unvergesslich. Mit einer fünfköpfigen Crew starteten wir in Alimos, segelten über Ägina und Poros in die westlichen Kykladen – Kythnos, Loutra, Syros – und zurück über Kea zum Tempel des Poseidon. Leere Häfen, freundliche Griechen, klares Wasser und echtes Abenteuer statt Hochsaisontrubel. Oktober und November sind Griechenlands bestgehütetes Segelgeheimnis.
Land: Griechenland
Starthafen: Athen Alimos Marina
Zielhafen: Athen Alimos Marina
Route: Athen - Aegina - Poros - Kythnos - Syros - Kea - Kap Sounion - Alimos Marina
Seemeilen: 220
Reisezeit: 08.11.2025 – 15.11.2025
Segelyacht: Monohull, Sun Odyssey, 479 Fuß
Vercharterer: Dream Yacht Charter
Veranstalter: Skipper-Alliance
Segeln im November – wenn Griechenland wieder atmet
Wer Griechenland wirklich erleben will, sollte im November kommen. Keine überfüllten Häfen, keine Warteschlangen, keine Kreuzfahrtschiffe – dafür Hafenmeister mit Zeit für ein Gespräch, Tavernas, die nur für euch aufmachen, und eine Stille auf dem Wasser, die in der Hauptsaison schlicht nicht existiert. Im November 2025 war ich mit einer fünfköpfigen Crew im Saronischen Golf und den westlichen Kykladen unterwegs. Hier ist der Bericht.
Start in Alimos – entspannt von Anfang an
Abfahrt aus der Alimos Marina in Athen. Den Board-Proviant hatten wir bereits vorab online bestellt und direkt an den Liegplatz liefern lassen – eine Lösung, die ich jedem empfehlen kann. Kein Großeinkauf mit der halben Crew, kein Check-in-Stress. Wir legten pünktlich und gut gelaunt ab.
Ägina & Poros – Ankunft im Revier
Erster Schlag nach Ägina. Der Haupthafen war an einem Samstag überraschend gut gefüllt – selbst im November legen Athener Wochenendsegler hier gerne an. Tipp: früh ankommen oder unter der Woche planen. In Poros traf uns ein Wasserpumpenschaden. Der lokale Händler hatte das Ersatzteil, der nächste Techniker wäre erst am nächsten Tag verfügbar gewesen – also haben wir es selbst repariert. Es hat geklappt und der Erfahrungsschatz ist gewachsen.
Kythnos – Nachteinlauf nach Gewitterpassage
Vom frühen Nachmittag weg Richtung Kythnos. Dunkle Wolken zogen auf, wir entschieden uns trotzdem für den großen Schlag. Richtige Entscheidung. Wir segelten durch einige Gewitterschauer, Blitze rechts und links – die Crew ruhig und fokussiert. Zu Mitternacht liefen wir als zweites Schiff in den Westhafen von Kythnos ein. Menschenleer, still, ein bisschen kabbelig aber ok und mit vielen Erlebnissen in den Knochen :-D.
Loutra – Magie ohne Hochsaison-Dekoration
Am nächsten Morgen einmal rund um die Nordspitze nach Loutra. Ein wunderschöner Hafen mit heißen Quellen, in der Hauptsaison restlos ausgebucht – der Hafenmeister erzählte, dass noch die Woche zuvor alles voll war. Im November: alles geschlossen, alles ruhig, alles schön. Loutra punktet mit seinen heißen Quellen, die natürlich im November perfekt sind.
Ermoupoli / Syros – die Überraschung des Törns
Großer Schlag nach Ermoupoli, der Hauptstadt von Syros – für mich das erste Mal. Eine echte, lebendige Stadt, keine Touristen-Kulisse. Die Mole liegt im November etwas unruhig, eine leichte Dünung sorgt fürs Schaukeln – aber das Restaurant am Hafen (Ιθάκη του Αή) hat uns für alles entschädigt. Hervorragendes Essen, herzlicher Service, faire Preise. Ermoupoli lohnt sich auch tief in der Nebensaison.
Rückweg – Kea & Kap Sounion
Auf dem Rückweg über Tinos hatten wir ordentlich Nordwind (Meltemi). In Kea liefen wir nachts in den kleinen Nebenhafen ein – ruhig und leert. Den Abschluss setzte Kap Sounion: eine noch geöffnete Taverne, ein später Nachmittagskaffee, und dann der angestrahlte Tempel des Poseidon im Dunkel. Kein schlechter letzter Abend.
Fazit: Oktober & November – meine klare Empfehlung
Ja, manchmal muss man eine lange Hose anziehen. Ja, auf kleinen Inseln hat vieles geschlossen – das muss man einplanen. Aber wir sind trotzdem ins Meer gesprungen, haben geschnorchelt, die Sonne auf der Haut gespürt und Griechenland so erlebt, wie es wirklich ist: ruhig, herzlich, atemberaubend schön.
Oktober und November sind keine Kompromisse. Sie sind eine eigene Art zu reisen – und meine persönliche Empfehlung für jeden, der mehr will als Hochsaisonbetrieb.
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