Einwöchiger Segeltörn durch die westlichen Kykladen ab Marina Lavrion, mit Stationen auf Makronisos, Kythnos, Serifos, Sifnos und Kap Sounion.
Highlight des Törns: ein frisch gefangener Thunfisch, verspeist in der Bucht von Loutra auf Kythnos. Dazu einsame Ankerbuchten, der Kykladen-Ort Chora auf Serifos, der besondere Ankerplatz Cheronissos Beach auf Sifnos und ein Abschluss mit Blick auf den Poseidon-Tempel am Kap Sounion.
Land: Griechenland
Starthafen: Lavrion Marine
Zielhafen: Lavrion Marine
Route: Lavrion → Makronisos → Kythnos (Loutra) → Kythnos Ost (einsame Ankerbucht) → Serifos (Livadi/Chora) → Sifnos (Cheronissos Beach) → Kythnos (Merichas) → Kap Sounion → Lavrion
Seemeilen: 150
Reisezeit: 09.05.2026 – 16.05.2026
Segelyacht: Monohull, Bavaria Cruiser, 45 Fuß
Vercharterer: Daydream Yachting
Veranstalter: Skipper-Alliance
Lavrion: Idealer Starthafen für die Kykladen
Die Marina Lavrion liegt nur 45 Minuten vom Flughafen Athen entfernt und ist damit ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Segeltörn durch die Kykladen. Vor Ort gibt es einen Supermarkt für den Proviant, alternativ liefert der Online-Shop Balaskas die wichtigsten Sachen direkt an Bord. Wer vorab bestellt, kommt deutlich schneller aus dem Hafen und gewinnt so wertvolle Zeit auf dem Wasser.
Erste Nacht bei Makronisos
Am Samstagnachmittag ging es direkt von Lavrion los, mit Ziel Nordostseite von Makronisos für die erste Nacht. Bei leichter Thermik, kaum mehr als 2 Bft, konnten wir am späten Nachmittag sogar schon kurz die Segel setzen. Abends wurde gemeinsam gekocht, die Crew lernte sich beim Kochen kennen, ein entspannter Auftakt, der einen zusätzlichen Tag auf dem Wasser bringt, statt den ersten Abend im Hafen zu verbringen.
Kythnos und Loutra: der Thunfisch-Fang
Am nächsten Tag ging es bei schönem Wind aus Nord-Nordwest, dem typischen Meltemi mit rund 5 bis 6 Bft, vorbei an Kea auf Kurs Kythnos. Unterwegs biss ein Thunfisch an, den wir wenig später in Loutra auf Kythnos filetiert und verspeist haben, roh, als Sashimi und mediterran mit Olivenöl und Zitrone. Die ausführliche Geschichte dazu gibt es in unserem Blogartikel über kulinarisches Segeln in den Kykladen.
Einsame Bucht im Osten von Kythnos
Am dritten Tag folgte nur ein kurzer Schlag an den östlichen Zipfel von Kythnos. Dort liegen mehrere tief eingeschnittene Buchten, die vor Nordwind gut geschützt sind, wobei Südwind in den Kykladen ohnehin selten vorkommt. In einer einsamen Bucht gab es abends ein Lagerfeuer mit dem restlichen Thunfisch vom Vortag, dazu die spontane Rettung einer Ziege, die sich in einem Zaun verheddert hatte, ein Erlebnis, das diesen Segelurlaub besonders gemacht hat.
Serifos: Livadi und der Ort Chora
Mit schönem Raumwind ging es weiter nach Serifos, einer Insel, die ich persönlich zum ersten Mal besucht habe und die mich sofort begeistert hat. In der gut organisierten Marina von Livadi gibt es Strom und Wasser, eine Reservierung vorab lohnt sich. Von dort fährt der öffentliche Bus für 3,50 Euro hinauf nach Chora Serifos, mit einem herrlichen Ausblick und echtem Kykladen-Flair.
Cheronissos Beach auf Sifnos
Im äußersten Norden von Sifnos liegt Cheronissos Beach, kein klassischer Hafen und keine klassische Bucht, das Anlegen ist bei starkem Meltemi nicht ganz einfach, doch der Ort lohnt sich unbedingt. Gerade in der Nebensaison ist es dort herrlich ruhig, fast wie 30 Jahre zurückversetzt, mit den Füßen direkt im Sand.
Zurück nach Kythnos: Hafen Merichas
Nach einem frühen Start und einem Sonnenaufgang auf See ging es zunächst unter Motor, bis am Nachmittag eine Südbrise mit rund 3 Bft aufkam. Mit dem Code Zero und rund 7 Knoten Fahrt erreichten wir bei schönem Raumwind den Hafen Merichas auf Kythnos, ein einfacher, wenig strukturierter Hafen, der in der Nebensaison problemlos funktioniert. In der Hochsaison sollte man früh einlaufen, um noch einen Platz zu bekommen.
Kap Sounion: Abschluss mit Poseidon-Tempel
Letzte Station vor der Rückkehr in die Marina Lavrion war Kap Sounion mit dem Tempel des Poseidon, ein klassischer Schlusspunkt für Törns Richtung Lavrion oder Alimos. Bei Nord-Nordwind mit Böen um 5 bis 6 Bft und straffem Amwindkurs, teilweise im dritten Reff, forderte der letzte Segeltag die Crew nochmal richtig. Vor Anker liegend gibt es an Land ein, zwei Tavernen direkt am Strand, und abends wird der beleuchtete Tempel zu einem der schönsten Abschlüsse, die ein Segeltörn in Griechenland bieten kann.
Rückkehr nach Lavrion
Am folgenden Tag ging es zurück in die Marina Lavrion zum Check-out und zur Heimreise.
Fazit
Ein Segeltörn durch die westlichen Kykladen ab Lavrion vereint kurze, gut planbare Etappen mit sehr unterschiedlichen Facetten: einsame Ankerbuchten auf Kythnos, das quirlige Chora auf Serifos, den besonderen Ankerplatz Cheronissos Beach auf Sifnos und einen Abschluss am Kap Sounion. Für alle, die neben dem Segeln auch das kulinarische Erlebnis suchen, wie den frisch gefangenen Thunfisch von Loutra, ist dieses Revier in der Nebensaison eine klare Empfehlung.
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