Dein Weg zum Sporthochseeschifferschein (SHS)

Der Sporthochseeschifferschein (SHS) ist der höchste amtliche Segelschein in Deutschland für den weltweiten Hochseebereich. Er berechtigt zum Führen von Segelyachten (und Motoryachten) auf allen Meeren, also außerhalb der küstennahen Zonen. Für Freizeitskipper ist der SHS ein freiwilliger Fortbildungsschein – gesetzlich vorgeschrieben ist er im privaten Bereich nicht. Dennoch entscheiden sich erfahrene Segler für den SHS, um ihr Wissen auf höchstem Niveau zu bringen und sich auf Blauwasser-Törns optimal vorzubereiten.

Wer hingegen gewerblich (beruflich) weltweite Hochseetörns durchführen will – etwa als Charterskipper auf Ozeanpassagen oder Kapitän eines Traditionsseglers – für den ist der SHS zwingend vorgeschrieben. Kurz gesagt: Der SHS ist die Königsdisziplin der Segelscheine und richtet sich an ambitionierte Skipper, die nach den Scheinen für Küsten und See (SKS und SSS) nun den letzten Schritt zum Hochseesegeln gehen möchten.

Voraussetzungen für den SHS

Yacht Sporthochseeschifferschein SHS
  • Mindestalter 18 Jahre: Jüngere Segler kommen für den SHS nicht in Frage – Volljährigkeit ist Pflicht.

  • Vorhandener Sportseeschifferschein (SSS): Du musst bereits den Sportseeschifferschein in der Tasche haben. Der SHS baut inhaltlich direkt auf dem SSS auf und ohne SSS ist keine Zulassung zur SHS-Prüfung möglich.

  • Seemeilenerfahrung: Es sind mindestens 1.000 Seemeilen auf seegehenden Yachten nach Erwerb des SSS nachzuweisen. Diese Meilen musst du in verantwortungsvoller Position (als Wachführer, Co-Skipper oder Skipper) absolviert haben. Wichtig: Du darfst bereits zur Prüfung antreten, wenn du davon mindestens 500 Seemeilen vorab erbracht hast – die restlichen Meilen müssen dann nach der Prüfung nachgereicht werden, bevor der Schein ausgestellt wird. Dadurch können besonders motivierte Segler den Theorieteil schon früher absolvieren.

Hinweis: Weitere Unterlagen wie ärztliche Tauglichkeitsatteste oder Führungszeugnisse sind beim SHS nicht erneut einzureichen – solche Nachweise wurden bereits bei den vorherigen Scheinen verlangt. Zur Prüfung musst du aber deinen SSS-Schein und den Seemeilennachweis mitbringen, da beides vom Prüfungsausschuss kontrolliert wird.

Vorteile des SHS

  • Weltweite Fahrt & Professionalität: Mit dem SHS bist du offiziell befähigt, Yachten weltweit zu führen – ohne Einschränkung des Fahrgebietes. Für privates Hochseesegeln ist der Schein ein hochwertiger Qualifikationsnachweis, der dein Können dokumentiert. Beruflich ist er unumgänglich: Wer als Profi-Skipper auf hoher See arbeitet, benötigt den SHS als gesetzliche Grundlage.

  • Maximales nautisches Know-how: Der SHS vermittelt dir Spezialwissen, das über alle vorherigen Scheine hinausgeht. Du lernst astronomische Navigation (Sextant-Navigation), globale Wetterphänomene und internationales Seerecht – Fähigkeiten, die für Transozeanische Törns essenziell sind. Damit bist du auch für außergewöhnliche Situationen gewappnet, z. B. wenn elektronische Navigation ausfällt und du dich mitten auf dem Ozean orientieren musst. Dieses vertiefte Wissen erhöht die Sicherheit auf Langfahrten erheblich.

  • International hoch angesehen: Von der Qualifikation her ist er etwa vergleichbar mit dem britischen RYA Yachtmaster Ocean, einem der renommiertesten Segelabschlüsse international. Mit dem SHS in der Hand hast du im Ausland in der Regel keinerlei Probleme, als kompetenter Schiffsführer akzeptiert zu werden – er repräsentiert die höchste Ausbildungsstufe im deutschen System.

  • Karriere und Weiterbildung: Für ambitionierte Segellehrer oder Vereinskapitäne ist der SHS ebenfalls attraktiv. Segelschulen setzen bei ihren hochrangigen Ausbildern oft den SHS voraus. Außerdem bildet der SHS die Spitze der Sportbootführerscheine – nach oben gibt es im Freizeitbereich nichts Vergleichbares mehr. Hast du den SHS erworben, gehörst du zu einem exklusiven Kreis von Hochseeseglern: Pro Jahr werden in Deutschland nur wenige Hundert SHS-Scheine ausgestellt, was die Exklusivität dieser Qualifikation unterstreicht. Der SHS als „Krönung“ deiner Segelausbildung kann also auch ein persönliches Prestigeziel sein.

  • Optimale Törn-Vorbereitung: Selbst wenn der SHS nicht vorgeschrieben ist, kann er sich für Blauwasser-Segler lohnen. Die intensive Ausbildung schult dich in allen Bereichen, die für einen langen Blauwasser-Törn wichtig sind – von der Planung mehrwöchiger Passagen über das Erkennen von Wetterfenstern bis zur Vorbereitung der Yacht für hohe See. Dieses Know-how macht dich zum souveränen Skipper für Ozeanüberquerungen, was dir auch im privaten Umfeld (z. B. bei Mitseglern oder Versicherungen) Vertrauen und Sicherheit verschafft.

Dein Weg zum Sporthochseeschifferschein SHS

SHS-Kurs-Inhalte: Was lernt man im Hochseeschein?

Die Ausbildung zum Sporthochseeschifferschein besteht im Gegensatz zu den vorherigen Scheinen ausschließlich aus Theorie-Unterricht. Es gibt also keinen separaten Praxistörn als Bestandteil der Prüfung (die praktische Segelpraxis hast du bereits mit dem SSS nachgewiesen). Viele Segelschulen bieten den SHS-Kurs als intensiven Theoriekurs an – oft als einwöchigen Kompaktkurs oder verteilt auf mehrere Wochenenden/Abende. Einige Inhalte kannst du dir auch im Selbststudium aneignen. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Themengebiete, die im SHS-Kurs behandelt werden:

  • Astronavigation (Sextant-Navigation): Der Kern der SHS-Ausbildung ist die klassische Astronavigation – also das Navigieren nach Sonne, Mond, Sternen und Planeten. Du lernst die Handhabung des Sextanten in Theorie und Praxis, einschließlich Korrektur der Messfehler (Indexfehler etc.) und der genauen Höhenwinkelmessung. Außerdem stehen Himmelsmechanik und Zeit auf dem Plan: Du beschäftigst dich mit Koordinatensystemen am Himmel, dem Nautischen Jahrbuch, verschiedenen Zeitbegriffen (UTC, Zonenzeit, Sternzeit) und der Berechnung von Gestirnspositionen. Am Ende bist du in der Lage, deinen Schiffsort auf offener See allein anhand von Sonnenstand oder Sternen zu bestimmen – ein faszinierendes Handwerk, das als Backup dient, falls elektronische Navigationssysteme ausfallen.

  • Terrestrische Navigation & Routenplanung: Auch die herkömmliche Navigation wird auf SHS-Level weiter vertieft. Dazu gehört die großräumige Törnplanung für Ozeanrouten. Du lernst etwa, wie man eine Route mit Großkreis-Navigation plant, um die kürzeste Strecke über den Globus zu finden. Ebenso wird die Koppelnavigation (Fortschreibung des Schiffsorts) über lange Distanzen geübt, inklusive der Berücksichtigung von Meeresströmungen auf hoher See. Tidenrechnungen und Gezeitenströmungen bleiben ebenfalls Thema – speziell für den Fall, dass man z. B. nach einer langen Passage Küstengewässer erreicht (hier knüpft der SHS an das SSS-Wissen über Gezeiten an). Insgesamt geht es darum, ein hochseetaugliches Törnkonzept zu erstellen, das Wetter, Strömungen, Alternativrouten und Notfallhäfen berücksichtigt.

  • Internationales Schifffahrtsrecht & Sicherheit: In der Rechtskunde erweitert der SHS deinen Horizont um internationale Regelwerke. Du behandelst wichtige Übereinkommen wie das UN-Seerechtsübereinkommen (Einteilung der Gewässer: Hohe See vs. Küstengewässer), lernst über internationale Abkommen zum Umweltschutz (MARPOL) und Bestimmungen zur Sicherheit. Dieses Wissen stellt sicher, dass du deine Yacht auch in internationalen Gewässern und fremden Hoheitsgebieten rechtskonform führen kannst. Zudem bist du vorbereitet, was in Ausnahmefällen (z. B. bei Search and Rescue-Einsätzen oder Notsituationen auf hoher See) zu tun ist und welche Pflichten der Schiffsführer hat.

  • Wetterkunde für Ozeane: Die Wetterlehre im SHS-Kurs geht über das Küstenwetter hinaus und beleuchtet das globale Wettergeschehen. Du studierst das planetarische Windsystem der Erde, lernst über Passatwinde, monsunale Winde und Strömungen in den Ozeanen. Ein besonderer Fokus liegt auf tropischen Wirbelstürmen (Hurrikans, Taifune): Wie entstehen sie, welche Routen nehmen sie, zu welchen Jahreszeiten treten sie wo auf und – am wichtigsten – wie weicht man ihnen aus oder trifft Vorbereitungen? Außerdem geht es um außergewöhnliche Wetterlagen (z. B. in polaren Breiten oder bei El Niño). Du übst, Wetterberichte und insbesondere Pilot Charts (Klimatologie-Karten für Ozeane) auszuwerten. All das befähigt dich, Wetterrisiken auf langen Fahrten einzuschätzen und das Routing deiner Yacht entsprechend sicher zu gestalten.

  • Yachtführung & Schwerwetter-Management: Da im Hochseebereich oft über viele Tage kein Hafen anlaufbar ist, lernst du im SHS-Kurs auch alles Wichtige zur Organisation langer Törns. Dazu zählen die seemännische Vorbereitung des Schiffes (Ausrüstung für Blauwassertörns, z.B. Sturmsegel, Ersatzteile, Notruder) und die Einteilung von Wachen und Crew über lange Distanzen. In der Schwerwetterseemannschaft wirst du darauf vorbereitet, was bei schweren Stürmen auf offener See zu tun ist: z.B. Techniken wie Beidrehen vor dem Sturm, das Aussetzen von Treibanker oder Jordan Series Drogue, das Managen von Müdigkeit der Crew etc. Die Ausbildung thematisiert auch das Verhalten in wirbelsturmgefährdeten Gebieten und generell das Fahren bei extremem Wetter. Insgesamt sollst du am Ende in der Lage sein, eine Yacht wochenlang autark und sicher zu führen – in guten wie in stürmischen Zeiten.

Die Prüfung zum Sporthochseeschifferschein

Der Sporthochseeschifferschein SHS - Segelyacht

  • Schriftliche Prüfung – Navigationsaufgaben: Prüfungsfach Navigation (Dauer ca. 150 Minuten) mit komplexen Aufgaben der terrestrischen und astronomischen Navigation. Hier musst du z.B. Kurs- und Peilungsberechnungen durchführen, Positionsbestimmungen mit dem Sextanten ausrechnen, Stromversetzungen über lange Distanzen einbeziehen und ähnliches. Dieser Teil ist sehr umfangreich und anspruchsvoll. Daneben gibt es schriftliche Klausuren in Schifffahrtsrecht (ca. 45 Min) und Wetterkunde (ca. 45 Min), die sich auf Fragen der oben beschriebenen Themengebiete erstrecken (Seerecht, internationale Regeln, Wetter und Ozeanografie). Alle drei Fächer können an einem Stück (an einem Wochenende) oder separat auf mehrere Termine verteilt absolviert werden – wichtig ist nur, dass alle Teilprüfungen innerhalb von 24 Monaten bestanden sind. Du hast also etwas Flexibilität, kannst aber nicht unbegrenzt lange pausieren. Solltest du in einem Fach durchfallen, kannst du die Wiederholung nach frühestens 2 Monaten angehen.

  • Praktische Sextantendemo: Bestandteil des Prüfungsfachs Navigation ist eine kurze praktische Prüfung am Sextanten. Keine Sorge – du musst dafür nicht nochmal zur See fahren, die Demonstration findet üblicherweise im Prüfungsraum statt. Du musst dem Prüfer zeigen, dass du mit dem Sextanten umgehen kannst: Das beinhaltet typischerweise das Messen eines Höhenwinkels an einem Objekt (oft wird ein künstlicher Horizont oder ein weit entferntes Objekt genutzt) sowie das Erklären der Fehlerquellen und Korrekturen am Sextanten (Indexfehler, Schliff/Spiegelfehler, Halbmesserfehler). Diese praktische Teilprüfung dauert nur ca. 10 Minuten, ist aber Voraussetzung, um im Fach Navigation zu bestehen.

  • Mündliche Prüfung – Yachtführung: Abschließend folgt eine mündliche Prüfung (ca. 15 Minuten). In diesem Gespräch überprüfen die Prüfer vor allem dein Verständnis in Sachen Yacht- und Crewführung auf hoher See. Typische Themen können sein: technische Aspekte der Yacht (Motor, Rigg, Elektronik) und wie du bei langen Törns Wartung betreibst, Notfallmaßnahmen (z.B. Mann-über-Bord auf hoher See, medizinische Notfälle ohne schnelle Fremdhilfe), Schwerwetter-Taktiken (Nachfragen: “Was tun, wenn ein Sturm bevorsteht?”) oder auch organisatorische Fragen wie Proviantierung und Wachpläne. In der mündlichen Prüfung zeigt sich, ob du das ganzheitliche Verständnis hast, eine Yacht und Crew sicher durch alle Herausforderungen zu führen – auf Basis deiner theoretischen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen.

Dein SHS-Kurs finden – mit toernfinder.de zum Ziel

Der Weg zum Sporthochseeschifferschein SHS beginnt mit der Wahl des richtigen Kurses – und genau hier hilft dir toernfinder.de.

Auf unserem Portal findest du eine übersichtliche Auswahl an SHS-Kursen verschiedener Segelschulen und Anbieter aus ganz Deutschland. Egal ob du einen intensiven Kompaktkurs suchst, lieber Wochenendseminare belegst oder einen Online-Theoriekurs bevorzugst – bei uns kannst du Angebote direkt vergleichen.

So funktioniert’s:

  1. Alle SHS-Kurse auf einen Blick – mit Angaben zu Terminen, Kursorten, Unterrichtsform (Präsenz/Online) und Preisen.

  2. Anbieter vergleichen – finde schnell heraus, welcher Kurs zeitlich und inhaltlich zu dir passt.

  3. Direkter Kontakt – über unser Kontaktformular erreichst du den Anbieter deiner Wahl mit nur wenigen Klicks.

 

Ausgewählte SHS-Kurse

Bald findest du hier Kurse von Segelschulen in deiner Region. Bis dahin lohnt sich ein Blick auf unsere aktuellen Ausbildungstörns – regelmäßig reinschauen lohnt sich.

Ausbildungstörn

Mit stilvoller Segelyacht, die Inseln der Ostsee erleben!

FinSail
09.05.2026
7 Tage ab 680 €
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Ausbildungstörn

Segeln lernen als Paar. Gesamte Yacht 1 Woche incl. Skipper in Dalmatien – Kroatien.

ACTIVESAIL
09.05.2026
8 Tage ab 3.996 €
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Ausbildungstörn

Segeln lernen in der Inselwelt der Kornaten – Dalmatien. Gesamte Yacht – 1 Woche.

ACTIVESAIL
01.08.2026
8 Tage ab 3.996 €
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Ausbildungstörn

Ausbildungstörn Slowenien M28 (VDS, SKS, SBF-See) 17.10. – 24.10.2026, max. 4 Mitsegler

Westwind-Sailing
17.10.2026
8 Tage ab 1.080 €
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Ausbildungstörn

SKS Ausbildungstörn Kroatien mit Prüfung – max. 4 Teilnehmende

SegelSportCenter
09.05.2026
8 Tage ab 940 €
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Ausbildungstörn

SKS-Praxistörn ab Breege auf Rügen

Mola Yachting
12.09.2026
8 Tage ab 698 €
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Häufige Fragen zum Sporthochseeschifferschein (SHS)

Ist der Sporthochseeschifferschein gesetzlich vorgeschrieben?

Nein – für private Hochseetörns ist der SHS nicht gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland gibt es keine Führerscheinpflicht oberhalb des Sportbootführerscheins See (SBF See) für die Freizeitschifffahrt. Das heißt, rein rechtlich dürftest du sogar mit “nur” SBF See (dem Basisschein) oder SSS privat über den Atlantik segeln. Allerdings ist der SHS gesetzlich erforderlich, sobald du ein Sportboot gewerblich in der weltweiten Fahrt führst. Beispiel: Möchtest du zahlende Gäste auf einem Hochseetörn mitnehmen oder als Skipper auf einem kommerziellen Expeditionssegler arbeiten, ist der SHS vorgeschrieben. Für Privatsegler bleibt er freiwillig, wird aber dringend empfohlen, wenn man sich jenseits der Küstengewässer bewegen möchte – schon allein aus versicherungstechnischen Gründen und zur eigenen Sicherheit. Viele Charterunternehmen fragen zwar in Küstenrevieren eher den SKS/SSS nach, aber wenn du z.B. ein Boot für eine Ozeanpassage chartern möchtest, erhöht ein SHS in der Tasche definitiv die Erfolgschancen und das Vertrauen des Vercharterers.

Welche Voraussetzungen muss ich für den SHS erfüllen?

Du musst mindestens 18 Jahre alt sein und den Sportseeschifferschein (SSS) bereits besitzen. Zudem benötigst du den Nachweis über 1000 Seemeilen auf seegehenden Yachten, die du nach Erwerb des SSS als Wachführer oder Co-Skipper gesammelt hast. Diese Meilen dokumentierst du im Seemeilenbuch, unterschrieben von deinem jeweiligen Schiffsführer. Wichtig: Vor deiner ersten Prüfung (z.B. dem ersten schriftlichen Fach) müssen davon mindestens 500 sm bereits absolviert sein. Du darfst also nicht zur Prüfung antreten, ohne nennenswerte Hochsee-Erfahrung. Hast du die 500 sm erreicht, kannst du loslegen; die restlichen Meilen kannst du auch nach der Prüfung noch ersegeln und dann nachweisen – der Schein wird erst ausgehändigt, wenn alle fehlenden Meilen nachgereicht sind. Neben Alter, SSS-Schein und Seemeilen brauchst du nur noch ein aktuelles Passfoto für den Antrag. Weitere Unterlagen (Ärzteatteste, Führungszeugnis etc.) sind nicht erforderlich, da diese schon für SBF See vorgelegt wurden. Selbstverständlich solltest du vor der SHS-Ausbildung auch über ein Funkzeugniss (SRC) verfügen, da Hochseesegler üblicherweise ein Funkgerät an Bord nutzen – diese sind zwar keine formalen Zulassungsvoraussetzungen, aber praktisch sehr empfohlen.

Was kostet die Ausbildung zum Sporthochseeschifferschein?

Die Kosten für den SHS setzen sich aus Prüfungsgebühren und Ausbildungskosten zusammen. Die Prüfungsgebühren werden vom DSV festgelegt und liegen für die komplette Theorieprüfung (alle drei Fächer plus mündliche Prüfung) insgesamt bei etwa 180–200 €. Darin enthalten sind die Zulassungsgebühr, die Gebühren für die schriftlichen Prüfungen und die Ausstellung des Scheins. Solltest du Prüfungen auf mehrere Termine aufteilen oder im Ausland ablegen, können noch geringfügige Zusatzkosten anfallen.

Die Kursgebühren für die SHS-Ausbildung hängen vom Anbieter ab. Viele Segelschulen bieten ein Theorieseminar von ca. 1 Woche Dauer an – die Preise liegen typischerweise um 500–600 € für den kompletten Kurs. In diesem Preis sind oft Unterrichtsmaterialien noch nicht enthalten. Du musst also zusätzlich mit etwa 100 € für Bücher, Karte, Begleitheft und Navigationsbesteck rechnen (falls du diese nicht schon vom SSS-Kurs besitzt). Wenn du einen Online-Kurs bevorzugst, können die Kosten etwas niedriger sein, oder du kaufst dir stattdessen Lehrbücher und bereitest dich im Selbststudium vor – dann fallen nur die Prüfungsgebühren und Materialkosten an.

Insgesamt bewegt sich der finanzielle Aufwand für den SHS also in etwa zwischen 700 und 900 €, sofern du einen Kurs besuchst. Es kann etwas günstiger gehen (bei viel Eigentraining) oder teurer werden (z.B. wenn du zusätzliche Workshops wie Astronavigations-Praxistörns buchst). Tipp: Vergleiche die Kursangebote der verschiedenen Segelschulen – auf toernfinder.de kannst du die SHS-Kurse mehrerer Anbieter einsehen und hinsichtlich Umfang und Preis direkt gegenüberstellen. So findest du ein Angebot, das zu deinem Budget und Zeitplan passt.

 

Was ist der Unterschied zwischen SSS und SHS?

 

Der Sportseeschifferschein (SSS) und der Sporthochseeschifferschein (SHS) unterscheiden sich vor allem im Geltungsbereich und im Umfang des Prüfungsstoffs. Der SSS ist der Führerschein für küstennahe Seegebiete – er gilt weltweit bis 30 Seemeilen Abstand von der Küste. Für diesen Bereich ist der SSS auch vorgeschrieben, wenn du z.B. gewerblich als Schiffsführer tätig bist (etwa als Ausbildungsskipper oder Charter-Skipper im Küstenbereich). Der SHS hingegegen erweitert den Radius auf die weltweite Fahrt ohne Entfernungsbegrenzung. Mit dem SHS darfst (und kannst) du also auch auf offener Hochsee segeln, weit weg von jedem Land – genau für solche Blauwasserszenarien ist er gedacht.

Inhaltlich baut der SHS auf dem SSS auf, geht aber in einigen Bereichen deutlich weiter. Der größte Unterschied ist die Astronavigation: Beim SSS wird diese nicht verlangt, während sie beim SHS zentrales Thema ist. Ebenso kommen beim SHS internationale Seerechts-Aspekte und Extremwetter-Themen (z.B. Hurrikane) hinzu, die im SSS nur am Rande vorkommen. Auch der Erfahrungsnachweis unterscheidet sich stark: Für den SSS musst du (neben dem SBF See) 1.000 Seemeilen Erfahrung als Crew nachweisen, für den SHS hingegen weitere 1.000 Seemeilen nach dem SSS in Führungsposition. Das heißt, der SHS setzt noch einmal erheblich mehr Praxis voraus.

Zusammengefasst: Der SSS qualifiziert dich als erfahrenen Skipper für alle Küsten- und Randmeere, der SHS macht dich zum Experten für ozeanweite Törns. Wenn du nie vorhast, weit auf den Atlantik hinauszufahren oder beruflich auf Hochsee zu gehen, reicht der SSS in der Regel aus. Sobald jedoch ozeanische Ambitionen ins Spiel kommen (beruflich oder privat), ist der SHS der entsprechende Schein, um das Know-how dafür nachzuweisen.

Einen Vergleich zum britischen Yachtmaster findest du hier.

Wird der SHS im Ausland anerkannt?

Ja, der SHS ist international anerkannt und geschätzt. Obwohl es für den SHS kein spezielles ICC (International Certificate of Competence) gibt – das ICC-Konzept greift nur bis zum Küstenbereich (SKS/SSS) –, wird der Sporthochseeschifferschein weltweit als höchste Qualifikation im Freizeitsegelsport wahrgenommen. Er entspricht im Wesentlichen dem Ausbildungsstand des britischen Yachtmaster Ocean und wird in allen wichtigen Segelnationen verstanden. In beliebten Reisezielen wie der Karibik, im Pazifik oder Indischem Ozean wird man mit einem SHS in der Regel als äußerst kompetenter Skipper angesehen. Natürlich gelten in jedem Land die eigenen Vorschriften: Du solltest z.B. die Führerscheinanforderungen des jeweiligen Landes kennen (manche Länder haben eigene Scheine, die sie formal verlangen, auch wenn ein SHS vorhanden ist). Praktisch zeigt sich aber, dass ein SHS meist akzeptiert oder sogar bewundert wird – viele ausländische Behörden oder Charterfirmen kennen den Schein zumindest dem Namen nach.

Für wen lohnt sich der SHS?

Der SHS lohnt sich vor allem für zwei Gruppen von Seglern: Zum einen für diejenigen, die beruflich auf großen Törns unterwegs sein möchten (z.B. als Skipper für Überführungen, Expeditionsreisen, Regatten oder auf Traditionsseglern). In diesen Bereichen ist der SHS meist Voraussetzung oder zumindest stark gewünscht, um Verantwortung zu übernehmen  Zum anderen für private Hochseesegler, die sehr weite Reisen planen – wie etwa eine Atlantiküberquerung, eine Weltumsegelung oder regelmäßige Törns in Übersee-Revieren. Für sie ist der SHS zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber ungemein sinnvoll, weil er genau die Fähigkeiten vermittelt, die man für lange Hochseetörns braucht : Astronavigation als Backup, Wissen über globale Wetterphänomene, rechtliche Kenntnisse für internationale Gewässer und so weiter. Viele Weltumsegler berichten, dass die SHS-Ausbildung ihnen ein deutlich sichereres Gefühl gegeben hat, als sie schließlich auf große Fahrt gingen.

Wenn du hingegen vor allem in Küstenrevieren bleibst (Nordsee, Ostsee, Mittelmeer etc.) und keine Ambitionen hast, wochenlang am Stück auf See zu sein, dann ist der SHS wahrscheinlich überdimensioniert. In diesem Fall deckt der SSS alles ab, was du praktisch brauchst. Der SHS wäre dann eher aus Interesse an der Materie zu sehen – was natürlich legitim ist! Manche Segler machen den SHS auch als persönliche Herausforderung oder um ihr theoretisches Wissen abzurunden, ohne je einen Hurrikan umsegeln zu wollen.

Kurz gesagt: Planst du große Offshore-Abenteuer oder eine Segelkarriere, ist der SHS Gold wert. Wenn nicht, kannst du dir den Aufwand vermutlich sparen und dich auf Praxis-Meilen und Erfahrung konzentrieren. Es kommt auf deine Ziele an.

Kann ich über toernfinder.de einen SHS-Kurs buchen?

Nein. Törnfinder.de ist kein eigener Kursanbieter, sondern ein Vergleichs- und Suchportal. Das heißt, wir präsentieren dir auf unserer Website die SHS-Kurse verschiedener Segelschulen mit ihren Terminen, Orten und Preisen, damit du einen guten Überblick hast. Wenn du dich für einen bestimmten Kurs interessierst, kannst du direkt auf toernfinder.de über ein Formular Kontakt zum Anbieter aufnehmen. Deine Anfrage geht an die Segelschule, die den Kurs durchführt – und diese wird dir dann alle weiteren Informationen geben (zum Ablauf, zur Verfügbarkeit, zur Anmeldung usw.). Die eigentliche Buchung/Anmeldung zum Kurs erfolgt immer direkt beim Anbieter selbst, nicht bei Törnfinder. Unser Service besteht also darin, dass du alle Angebote bequem auf einer Seite vergleichen kannst und dich einfach mit dem jeweiligen Veranstalter in Verbindung setzen kannst. Das spart dir Zeit und ermöglicht es, den perfekten SHS-Kurs für deine Bedürfnisse zu finden. Sobald du dich entschieden hast, wirst du alles Weitere (Bezahlung, Kursunterlagen etc.) mit der Segelschule klären – genau so, als hättest du sie auf herkömmlichem Wege gefunden, nur eben viel effizienter über unsere Plattform. Viel Erfolg bei der Kurswahl und Mast- und Schotbruch für deine SHS-Ausbildung!